Start Rettungshundestaffel Aktuelles 03.06 - 05.06 2011 Prüfung Rettungshunde
22 | 05 | 2012
03.06 - 05.06 2011 Prüfung Rettungshunde PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Simon Gräf   
Samstag, den 04. Juni 2011 um 10:10 Uhr


Rettungshundeprüfung beim DRV Maintal in der Freiwilligen Feuerwehr Hofheim i. Ufr.

Am verlängerten Wochenende vom 03.06. bis zum 05.06.2011 fand in und um Hofheim eine Prüfung

für Rettungshundeteams statt. Vierzehn Prüfungen konnten in verschiedenen Sparten (Flächensuche I + II, Trümmersuche) abgenommen werden, zwei Teams meldeten sich vorher krankheitsbedingt ab. Die Teilnehmer kamen aus Mittelfranken, Hessen, Thüringen und aus der eigenen Staffel DRV Maintal in Hofheim. Schon etwas Besonderes ist, dass die Veranstaltung  organisationsübergreifend war, d. h. es waren sowohl Teilnehmer als auch Prüfer verschiedener Organisationen eingebunden.

Die Prüfung nach der GemPPO nach DIN 13050 „krönt“ den langen Ausbildungsweg zum Rettungshundeteam. Der bestandene Eignungstest, Wesenstest und die Vorprüfung sind die nötigen Wegstrecken bis hin zum Ziel, einen geprüften und einsatzfähigen Rettungshund zu führen. Bis zur eigentlichen Rettungshundeprüfung vergehen in der Regel 2-3 Jahre intensiver Arbeit für Mensch und Tier.

Zunächst muss der Hundeführer eine theoretische Prüfung über 25 Fachfragen ablegen.

Dann beginnt die Arbeit mit dem Hund: Die Verweisprüfung soll dem Prüfer zeigen, wie sich der Hund am „Opfer“ bzw. an der Versteckperson verhält. Hierzu wird ein Helfer sichtbar 30 Meter vom Startpunkt aus offen auf dem Boden ausgelegt. Wünschenswert ist ein interessiertes, aber nicht zu aufdringliches Verhalten und die Bereitschaft den Fund deutlich beim Hundeführer zu melden.

Bei der Gehorsamsprüfung wird ein Hund abgelegt, sein Führer geht außer Sicht. Ein anderes Mensch-Hund-Team muss nun verschiedene Elemente aus der Unterordnung ausführen (Fußfolge, Sitz, Steh, Platz, Voran). Hierbei soll die Zusammenarbeit des Teams gezeigt werden, der Hund soll alle Kommandos unverzüglich und ohne Hilfen seines Führers ausführen. Nach der Übung wird gewechselt. Der absolute Gehorsam und die sichere Ablage des Hundes können im Ernstfall lebensnotwendig sein! Ähnlich ist es mit der Trageübung, bei der der Hund zunächst von seinem Führer getragen und dann an eine fremde Person übergeben wird, welche den Hund ein Stück weiter trägt. Sollte sich der Hund im Einsatz verletzen, kann es notwendig sein, dass er sich auch von fremden Helfern problemlos transportieren lässt.

Erst wenn diese drei Prüfungsteile bestanden sind, darf das Team zur eigentlichen Suche ins Gelände. Bei der Flächensuche I müssen 50.000 m² fremdes Gelände in 30 Minuten zuverlässig abgesucht werden, hierbei können bis zu drei Versteckpersonen ausgelegt sein. Bei der Flächensuche II hat das Team 60 Minuten Zeit 100.000 m² mit bis zu vier Versteckpersonen abzusuchen. Die Orientierung im Gelände mittels Karte und Kompass, das Einteilen des Suchgebietes (Einsatztaktik), der Ansatz des Hundes, die Führbarkeit auf Distanz, die Kommunikation mit dem Einsatzleiter über Funk, die Einweisung eventueller Helfer und auch die Versorgung der „Opfer“ obliegt dem Hundeführer. All diese Faktoren werden zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt und entscheiden über bestanden oder nicht. Der Hund muss alle Personen finden und sicher anzeigen, der Hundeführer muss sie fachgerecht versorgen, betreuen und den Fundort über Funk melden. Hier ist echte Teamarbeit ist gefordert! Ein Waldgebiet in den Hassbergen konnte als Einsatzort genutzt werden und stellte durch unterschiedlichen Bewuchs und Höhenunterschiede eine Herausforderung dar.

Bei der Trümmerprüfung ersetzt die Gewandtheitsprüfung den Verweistest. Da es auf Trümmern nach z. B. Erdbeben oder Gebäudeeinstürzen, etc. oft instabile Teile gibt, wird hier geprüft, wie sicher sich der Hund auf beweglichen Brettern, Leitern, Wippen, Röhren verhält. Er soll die Geräte ohne Angst überqueren, dies allerdings ruhig und besonnen, um im Ernstfall Verletzungen durch Abstürze zu vermeiden. Ansonsten müssen die Teams auch die Theorie und Gehorsamsprüfung absolvieren, bevor sie im Suchgebiet arbeiten dürfen. Für die Prüfung wurde in einem Steinbruch eine unbeabsichtigte Sprengung mit mehreren verschütteten Personen nachgestellt. Die Suche ist für den Hund oft schwieriger, als in der Fläche, da durch Trümmerteile die Witterung teilweise an anderen Stellen als direkt bei der Versteckperson zu finden ist und der Hund häufig nicht bis zur Person vordringen kann, sie aber dennoch anzeigen muss. Im realen Einsatz finden sich in eingestürzten Gebäuden noch Kleidungsstücke mit Restgeruch oder auch Essensreste, wodurch sich der Hund nicht ablenken lassen darf.

Bei den Rettungshundeprüfungen sind die Anforderungen an Mensch und Tier hoch, doch geht es im Ernstfall um Menschenleben. Mit dem Führen eines Hundes im Einsatz geht die große Verantwortung einher, das abgesuchte Gebiet für „sauber“ zu erklären. Sich sicher sein zu können, niemanden überlaufen zu haben. Diese Entscheidung kann über Leben und Tod entscheiden, wenn der Vermisste in Hitze oder Kälte ohne Wasser und Nahrung eventuell mit Verletzungen oder Krankheiten seit mehreren Stunden oder Tagen irgendwo hilflos im Gelände liegt und die Suche dort dann beendet wird.

Am Ende konnten wir sechs Teams zur bestandenen Flächenprüfung und zwei Teams zur bestandenen Trümmerprüfung beglückwünschen. Als „Zeugnis“ gibt einen Eintrag im Leistungsnachweisheft und eine Plakette für den Hund. Um eine dauerhaft hohe Qualität zu garantieren, muss die Prüfung alle 18 Monate wiederholt werden. Das regelmäßige Training ist nun ebenso wichtig wie vor der Prüfung, denn der Hund soll jederzeit einsatzfähig sein. In der freiwilligen Feuerwehr Hofheim i. Ufr. sind damit weiterhin zwei Hunde zur Vermisstensuche alarmierbar.



Bilder: Simon Gräf

alt

alt

Noch mehr Bilder von  der Rettungshundeprüfung gibt hier!

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. September 2011 um 19:33 Uhr
 
Aktuelle Termine
Zufallsartikel
Rauchmelderaktion
Mit Sicherheit ins Leben
Besucher aktuell
Wir haben 198 Gäste online
Statistiken
Benutzer : 43
Beiträge : 813
Weblinks : 65
Seitenaufrufe : 1199812