Start Feuerwehren in den Ortsteilen Einsätze 2003 14.8.2003 Verlegung einer Notwasserleitung Manau
22 | 05 | 2012
14.8.2003 Verlegung einer Notwasserleitung Manau PDF Drucken E-Mail

Text und Bild: German Schneider, Bote vom Haßgau

Am meisten spart die Vernunft

HOFHEIM Es wird kritisch mit den Wasserreserven in Hofheim. Vor allem im Bereich der Lendershäuser Brunnen steigen immer wieder die Pumpen aus. Für Hofheims Zweiten Bürgermeister Wolfgang Borst begann die Vertretungszeit für den im Urlaub weilenden Hubert Eiring mit Krisenmanagement. Nach Autowasch- und Gießverbot müssen nun sogar Notpläne erstellt und organisiert werden.
Der Pegel in den Brunnen ist teilweise nur noch ganz minimal. Immer wieder setzten die Pumpen aus. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Borst hat sich Experten ins Wasserhaus geholt. Andreas Baur und sein Geologe vom Planungsbüro Baur Consult stellten fest, dass der Hauptkluftgrundwasserleiter nur noch eingeschränkt Wasser abgibt. Mit einfachen Worten erklären die beiden Ingenieure das Problem. "Im Erdinneren ist das Sammelbecken für das Grundwasser praktisch leer, nur noch Überlaufbecken sind gefüllt, davon saugen die Pumpen das begehrte Nass ab und streiken, sobald zu wenig Wasser gefördert wird."
Übrigens kein Hofheimer Problem, den Notfall prophezeien die beiden Experten für den ganzen Haßgau und den Steigerwald. Zu lange fiel kein Regen mehr. Und darin sind sich alle einig: Selbst ergiebige Regenfälle können die Situation kurzfristig nicht ändern, zunächst nimmt sich die Natur das Wasser, das sie braucht. Deshalb steht für Wolfgang Borst fest: "Wir müssen ein Konzept für ein Vierteljahr erarbeiten und ein "Worst-Case-Programm" - einen Plan für den schlimmsten Fall - erstellen." An erster Stelle steht für ihn das Verständnis und die Mitarbeit der Bürger: "Alle müssen an einem Strang ziehen", sagt er und erinnert an den Aufruf von Bürgermeister Hubert Eiring, der vor seinem Urlaubsantritt gebeten hatte, Wasser zu sparen. Vernunft ist besser als das Autowasch- und Gartengießverbot, das letztlich mit Strafen droht. Deshalb sollten die Bürger auch ihre kleinen Wassersünden einstellen. Es ist unsinnig, den Beton im Hof zu spritzen oder den Gartenschlauch in die Obstbäume zu klemmen, um diese zu bewässern.
Gott sei Dank, so Borst, sind die meisten Bürger verständig, das hat sich am Donnerstag gezeigt, der Wasserverbrauch ging um zehn Prozent zurück. Gleichzeitig lief aber bereits auch der städtische Notplan. Die Feuerwehr verlegte eine rund 1000 Meter lange Schlauchleitung vom neuen, noch nicht am Netz hängenden Brunnen in Erlsdorf bis zum Manauer Wasserhaus. Der Brunnen soll mit einer mobilen Pumpe angezapft und die Förderung von sechs Litern in der Sekunde über das Wasserhaus in die Versorgung der Goßmannsdorfer Gruppe eingeleitet werden. Dank der Ringleitung wäre damit eine Weiterleitung in die Stadtteile Ostheim und Rügheim möglich, die bisher ihr Wasser aus den Lendershäuser Brunnen erhalten. Dies würde eine Entlastung von rund einem Viertel der Lendershäuser Brunnen bringen. Damit auch genügend Wasser zwischen dem Manauer und dem Goßmannsdorfer Hochbehälter fließen kann, wird auch hier eine Schlauchleitung von der Feuerwehr verlegt. Ab Montag oder Dienstag kann das Wasser fließen.

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Eine weitere Sparmaßnahme wird im Hofheimer Freibad ab sofort durchgeführt. Die frischwasserintensiven Bereiche werden eingestellt. Im Klartext: Für die Rutsche, die mit Leitungswasser glatt gehalten wurde, wird das Wasser abgedreht. Die Kinder müssen aufs Rutschen verzichten. Und auch für die Kleinsten gibt es Einschränkungen: Das runde Planschbecken wird gesperrt. Hier sind die Wasserverluste sehr hoch. Weiterhin sucht man bei der Stadt Lösungen, das Gießwasser für die Friedhöfe aus Behältern auszugeben, die nicht von Frischwasser gespeist werden. Spitzt sich trotz dieser Maßnahmen die Wasserknappheit zu, bleibt nur noch die Möglichkeit, mit Tankfahrzeugen Wasser aus anderen Regionen herbeizuschaffen. Wobei es nirgends Wasser im Überfluss gibt.
Um alle Stadträte über die Situation genau zu informieren, hat sie Wolfgang Borst für Montag, 18. August, zu einer Informations-Sitzung ins Lendershäuser Wasserwerk eingeladen.

 
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